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Eine Website mit SharePoint 2010 erstellen – keine wirklich gute Idee…

SharePoint ist ein Wahnsinnstool. Eine meiner liebling Eierlegenden-Wollmilchsauen, irgendwo in der Kann-Alles-Wolke zusammen mit InfoPath und Outlook. Trotzdem ist es für eine der offensichtlichsten Anwendungen – nämlich Websites – ziemlich ungeeignet. Ich meine hier übrigens normale Websites, also Firmenauftritte von KMUs die meist Präsentationscharakter haben und letztendlich der Leadgeneration und dem Verkauf dienen sollen.

Warum die Stärken von SharePoint bei Websites unbrauchbar sind

SharePoint ist ein phänomenales Ding zur Informationsverwaltung. Listen, Dateien und Metadaten sind extrem wichtig für Informationmanagement, für Abläufe, Prozesse, Zusammenarbeit, Wissensmanagement, Koordination und alles, was zum Unwort Collaboration passt. Das sind auch die Stärken von SharePoint, und der Grund, warum es im Büro unersetzlich ist. Dies sind aber nicht die Anforderungen einer Website, denn diese soll mich begeistern, interessieren, informieren, kurz und bündig. Würde Ihre Website primär aus Listen, Daten, Metadaten und Kollaborationsbausteinen bestehen, würden Sie nichts verkaufen.

Warum die Anforderungen von Websites zu den Schwächen von SharePoint gehören

Eine typische Verkaufsfördernde Website hat heute (2010) folgende Kernthemen zu bewältigen:

  1. Flexibel und leicht ans Web-konzept anpassbar
  2. Rasch professionell gestaltbar
  3. Einfach den Inhalt zu pflegen
  4. Kostengünstig und idealerweise ohne Programmierer erweiterbar
  5. Viele Web-spezifische Automatismen
  6. Gute Google-Integration

All das ist mit SharePoint irgendwie machbar, aber eben nur irgendwie. Denn es ist bedeutend aufwändiger ein SharePoint-Design nach allen Kriterien umzusetzen, als beispielsweise bei einem Web-CMS wie DotNetNuke oder Joomla. Auch der Ausbau ist – aufgrund der Komplexität, die in einer Firma für qualitative Prozesse sorgt – schwierig und bedingt gut ausgebildete Mitarbeiter.

Typische Web-Anforderungen, die fehlen

Dieser Blogpost geht von KMU-Websites aus, also von normalsterblichen Budgets, die bei SharePoint nur den SharePoint Foundation zulassen würden. Typischerweise fehlen hier also wichtige Aspekte wie:

  1. Suchoptimierungen in-the-box
  2. Automatisierte Menus, um rasch neue Seiten zu erstellen/verschieben/löschen
  3. Mehrsprachigkeit des Inhalts
  4. Frameworks wie YAML, jQuery usw. die Webentwicklung beschleunigen
  5. Web-typische Zusatzmodule wie attraktive Bildergalerien, einfache Kontaktformulare usw.

Empfehlung – SharePoint für die Arbeit, DotNetNuke fürs Marketing

Als SharePoint-Fan gibts für mich also nur ein Weg: ich will SharePoint da einsetzen, wo es mich weiter bringt, nämlich bei Intranets, Extranets, zur Dateiverwaltung, für die Volltextsuche, um Daten zu pflegen und zu bearbeiten, um Versionierte Listen zu führen und noch mehr. Für Websites kommt meiner Meinung nach nur noch ein stark verbreitetes Open-Source CMS in Frage, welches eben für Websites gedacht ist, wie DotNetNuke, Joomla, Drupal, Typo3 oder WordPress. Ein exoten-CMS, egal wie viel besser es angeblich ist, kommt für mich nicht in Frage, da grosse Verbreitung und Community wichtiger sind als ein angeblicher technischer Vorteil.

Von den heute verbreiteten Systemen kommt für mich aber nur DotNetNuke in Frage. Die anderen 4 geläufigen Tools (Joomla, Drupal, WordPress, Typo3) sind keine Option, denn Sie basieren auf einer anderen Technologie. Will heissen: wenn ich doch ab und zu Daten von einem System im anderen System benötige – beispielsweise wenn ich Referenzen im SharePoint pflege, und auf der Website in einer hübschen Google-Maps anzeigen möchte, wirds sehr problematisch (=Teuer & Fehleranfällig) wenn ich zu unterschiedliche Technologien einsetze. Es gibt auch zu wenig Spezialisten, die sich gut mit einer solche Kombination von Systemen auskennen. So lange ich mit DotNetNuke arbeite, habe ich alle Vorteile eines stark verbreiteten Open-Source CMS, und lebe doch in der gleichen Welt wie SharePoint, so dass ich jederzeit das eine oder andere System einsetzen kann, jeweils wo es seine Stärken hat.

Über iJungleBoy

Missionary Kid, Entrepreneur, Software Developer, DotNetNukeer, SharePoint-Fanatic and InfoPath-Lover.

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